Mein Lifestyle

Es ist Dezember und in guten 2 Wochen steht Weihnachten vor der Tür. Viele nutzen den Jahresendspurt, um es ein wenig ruhiger angehen zu lassen und mehr Energie für das kommende neue Jahr und die guten Vorsätze zu tanken. Energie wird da meistens in Form von Kohlenhydraten und Fetten hinzugefügt. Machen wir uns nix vor. Viele nehmen Weihnachten immer als Vorwand, um maßlos zu fressen. Aber einen Menschen, der das ganze Jahr über auf seine Ernährung und seine Bewegung achtet, den werfen ein paar dicht aufeinanderfolgende "Cheat Days" nicht aus der Bahn und lassen einen aussehen wie einen Sack Muscheln in der Kurve.

Und so pilgern ab Anfang Januar wieder Millionen Menschen mit guten Vorsätzen und der Hoffnung, dann doch mal ihrer Traumfigur näher zu kommen, in die Fitnessstudios. Aber spätestens nach Karneval kehrt wieder Ruhe ein. Denn dann sind sie weg - die guten Vorsätze sowie die dazugehörigen Menschen. Viele geben sich einfach auf, sobald sie merken, dass der Weg zur Traumfigur harte Arbeit ist. Das sind die liebsten Kunden für jedes Gym, denn die Geräte, Hanteln, Maschinen und Stepper werden nicht verschlissen und trotzdem abbezahlt.

Für jemanden wie mich und meine Gleichgesinnten völlig unverständlich. Das Gym ist so viel mehr als nur ein nerviger Zeitvertreib, der aber dazugehört, um in dieser oberflächlichen Gesellschaft nicht unterzugehen. Leute mit dem Willen nach Veränderung brauchen kein bestimmtes Datum. Sie beginnen sofort. Natürlich finde ich es besser, wenn Leute im neuen Jahr mit dem Sport beginnen, als gar nicht. 

Doch hier möchte ich Dich ein wenig motivieren und Dir zeigen, warum ich das Gym zu einer Lebenseinstellung gemacht habe.

Ich habe das Training im Gym im Februar 2007 neben dem Karate begonnen. Doch schnell verlor ich die Lust am Kampfsport, da mich das Eisen komplett in seinen Bann zog. 2012 habe ich es dann noch mal neben dem Bodybuilding mit dem Basketball versucht. Basketball nahm so viel Zeit und Energie in Anspruch, dass ich sehr viel Muskelmasse verlor. Aber das Gym habe ich nie aufgegeben und wenn Du einmal Blut geleckt hast, dann läßt es Dich auch nicht mehr los. Und so hing ich 2016 meine Basketballschuhe an den Nagel und konzentrierte mich nur noch auf  meine "Gains" (Muskelzuwächse).

Natürlich liegt mein Hauptaugenmerk auf der Hypertrophie (Muskelquerschnittsverdickung). Und auch wenn ich nach so einer langen Zeit, die ich bereits im Gym bin, keine riesen Sprünge und Veränderungen mehr wie ein Anfänger mache,  geht es viel mehr um die ständige Progression – den Fortschritt. Stillstand gibt es nicht. Stillstand bedeutet den Tod! Das ständige Quälen und die harten Trainingseinheiten lassen nicht nur Deine Beine oder den Bizeps wachsen, sondern auch Deinen Charakter. Du wirst so viel Selbstbewusster und überträgst Dein Training auf dein Leben. Und besonders das harte Beintraining und das in einen Rausch beugen, lassen auch deine imaginären Eier wachsen.

Das der Sport undankbar ist und man beim Blick in den Spiegel manchmal alles hinwerfen möchte, weil man nichts sieht, gehört dazu. Meistens kommt das Licht dann von vorne und nimmt einem jegliche Konturen. Also immer mit Licht von oben begutachten. Es soll auch Menschen geben, denen die Motivation fehlt und das Gym, wie auch das Beintraining ausfallen lassen. Aber wenn man ein Ziel vor Augen hat, dann ist man hungrig und geht auch an den Tagen, an denen man lieber im Bett bleiben würde. Aber selbst ein schlechtes Training ist besser als gar kein Training. Und ich habe noch nie jemanden gehört, der es bereut hat, seinen Schweinehund überwunden zu haben.


You can have results or excuses - Not both!

Arnold Schwarzenegger

Aber warum und wofür nimmt man wirklich dieses #gymlife in Kauf? Für mich persönlich ist es die beste Art, um abzuschalten. Hier bin ich im Schlachtfeld und finde gleichzeitig meinen Seelenfrieden. Ich vergesse den kompletten Alltag und benutze das Handy nur, um die Satzpausen im Auge zu halten und vielleicht mal für ein Foto. Und auch als ich damals noch in der Nähe vom Gym gewohnt hab, bin ich an trainingsfreien Tagen trotzdem ins Gym gegangen und hab den Jungs zugeschaut. Es ist für mich auch ein Ort, um soziale Kontakte zu pflegen. Und außerdem ist es geil dabei zu sein, wenn jemand anders einen persönlichen Rekord aufstellt oder einfach komplett ans Limit geht. Neidisch bin ich nicht. Ich habe es ja selbst in der Hand und solange ich es zumindest versuche, der "hardest worker in the room" zu sein, habe ich mir nichts vorzuwerfen. Auch wenn jemand stärker ist als ich, dann ist mir das egal und ich freue mich für ihn oder sie. Es ist einfach klasse, zu erleben, wie jemand mit dem Eisen verschmilzt und der Wille zum Vorschein kommt.


„Es ist egal wo man herkommt, woran man glaubt und wie man aussieht - unter der Hantel sind wir alle gleich."

C.T. Fletcher

Aber sobald ich das Gym verlasse hört es nicht auf. Bodybuilding ist eine Lebenseinstellung und die Regeneration, die Ernährung, sowie das erneute Packen der Trainingstasche gehört dazu. Klar verlangt diese extreme Form der Selbstgeißelung nach einer starken Beziehung und einem/er Partner/in, der/die viel mitmacht. Ich kann froh sein, dass ich diese Partnerin habe und sie damit klarkommt. Egal, ob ich in der Aufbauphase etwas "mopsiger" bin, an einem vollen Terminkalender trotzdem noch Rücken trainieren gehe oder ich in der Diät einfach nur unausstehlich bin. Danke!

Solltest Du aber einfach nur das Verlangen haben, einfach mal etwas mehr Sport zu betreiben, dann bist Du in jedem Gym herzlich willkommen, denn selbst der größte Brocken, hat mal "klein" angefangen und ist den selben steinigen Weg gegangen.